Der Wolf (Canis lupus) – Erscheinungsbild

Der Wolf (Foto Walter Vorbeck)

Der Wolf (Foto Walter Vorbeck)

Der größte Vertreter der Familie der Hundeartigen, der Wolf, hat sich über die Jahrtausende in vielfältiger Weise den jeweiligen Lebensräumen und dem vorhandenen Beuteaufkommen entwickelt und angepasst.

Die großen Wolfsarten, welche vorwiegend in den nördlichen Regionen der Erdhalbkugel vorkommen, haben einen gut proportionierten, kräftigen, universellen in hoher Vollkommenheit entwickelten Körperbau, der an die Fortbewegung über große Entfernungen angepasst ist.

Der Kopf ist groß, massig mit breiter Stirn, mit kräftigen Kiefern und einem langen, nicht zu spitzen Fang. Die Jochbögen sind kräftig und weit ausgestellt. Die Zahnreihen sind sehr kräftig und die Zähne von breiter Basis. Die Zahnformel lautet 3-1-4-3/3-1-4-2, 42 Zähne.

Die Schnauze ist langgestreckt, so dass der Wolf mit gesenktem Kopf nahezu den Boden berührt. Der Hals ist kräftig und muskulös. Die beweglichen Ohren sind dreieckig, aufrecht stehend und nach vorn gerichtet. Der Kopf wird in Laufbewegung nur wenig über der Rückenlinie getragen. Die nachtsichttauglichen Augen sind leicht schräg gestellt und weisen eine hellgelbe bis gelbbraune Iris auf. Die Länge des Gesichtsschädels beträgt ca. 60% der Gesamtlänge des Schädels.

Der Rücken ist fest und fast gerade mit leicht abfallender Kruppe. Die Läufe sind hoch und deutlich gegliedert. Die Entwicklung der dichten Hand, der Zehen mit den kräftigen schwarzen Krallen ist breit und  voluminös. Die Hinterläufe sind kräftig bemuskelt, die unteren Gliedmaßen sichelartig gewinkelt. Das Gangwerk ist federnd, energiesparend mit gutem Schub und Vortritt sowie raumgreifend.

Der Brustkorb ist lang und breit, im vorderen Bereich seitlich zusammengedrückt, sodass die Spuren der Vorderläufe fast in einer geraden Linie liegen. Der buschige Schwanz reicht bis ans Sprunggelenk und wird hängend oder in Rückenhöhe nach hinten ausgestreckt getragen.

Das Winterfell des Wolfes ist weich und von dichter Ober- und Unterwolle mit verlängerten Deckhaaren auf dem Rücken; besonders am Widerrist, am Hals und anderen Kopfseiten bildet das Fell einen dichten Kragen. Das Sommerfell wird kürzer und nicht so dicht getragen.

Die Färbung des Grundtyps variiert, ist wildfarben und sehr kontrastreich am Kopf. Die Unterseiten sind heller als das Deckhaarkleid. Die Färbung reicht von sehr hell in den arktischen Regionen, von tarnfarben grau bis bräunlich in den Steppen und Wäldern. Die in Nordamerika vorkommenden nahezu schwarzen Wölfe sind in Nordeuropa eher selten, in Südeuropa wiederum vermehrt anzutreffen.

Maße und Gewichte sind aufgrund des Verbreitungsgebietes sehr unterschiedlich. Ausgewachsene, große Wolfsarten der nördlichen Regionen mit großen Beutetiervorkommen können zwischen 45- 80 kg wiegen, bei Widerristhöhen von ca. 65-90 cm und einer Kopfrumpflänge von 110-160 cm. Die kleinsten Wölfe leben im Vorderen Orient, ihre Körperlänge beträgt etwa 80 cm bei einem Gewicht von ca. 20 kg. Die diploide Chromosomenzahl des Wolfes beträgt 78 wie bei unseren Hunden.